FARADY NUN MIT EX – BMW MANAGER

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Global Chief Financial Officer (CFO) Stefan Kraus www.ff.com

Laut dem Manager Magazin verabschiedet sich das amerikanisch-chinesische Elektroauto-Startup Faraday Future verabschiedet sich zwar vom ebenso ehrgeizigen wie teuren Plan, ein eigenes US-Werk für seine Elektroautos nahe Las Vegas zu bauen.

Doch statt Aufgeben ist Kämpfen angesagt. Dafür holt sich das vom chinesischen Milliardär Jia Yueting finanzierte Unternehmen offenbar einen deutschen Topmanager an Bord: Ulrich Kranz, der Kopf hinter BMWs Elektroauto i3, soll als Technikchef zu Faraday Future wechseln. Das erfuhr manager-magazin.de aus Industriekreisen.

Kranz verließ BMW Ende 2016. Bei den Bayern leitete er seit dem Jahr 2007 BMWs Project i, also die Entwicklung des Elektroautos i3 und dessen Karbon-Karosserie. Bei Faraday werde Kranz als CTO unter anderem für Entwicklung und Design der Elektroautos verantwortlich sein, heißt es in den Kreisen. Bei Faraday war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

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Kranz trifft bei Faraday Future auf einen alten Bekannten

Die Verpflichtung von Kranz wäre ein erstaunlicher Personalcoup für das mit schweren Finanzproblemen kämpfende Elektroauto-Startup. Denn seit Anfang dieses Jahres fiel Faraday Future in der Branche durch einen Manager-Aderlass auf. Faraday hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Manager teuer eingekauft, von denen etliche das Startup in den vergangenen Monaten wieder verließen.

Damit geht der Exodus von BMWs Elektroauto-Spezialisten Richtung China weiter. BMW i-Entwicklungsleiter Carsten Breitfeld hat bereits vor einem Jahr beim chinesischen Elektroauto-Startup FMC angeheuert – und gleich mehrere seiner seiner Topleute zu FMC gelotst.

Kranz‘ Wechsel dürfte auch dadurch begünstigt werden, dass er bei Faraday auf einen alten Bekannten trifft. Stefan Krause, langjähriger Finanzvorstand bei BMW und zuletzt bei der Deutschen Bank, ist seit März CFO bei Faraday Future.

Krause wiederum hat Anfang dieser Woche verkündet, das geplante Faraday-Future-Werk am Rande von Las Vegas werde nun doch nicht gebaut. Die Arbeiten an der auf rund eine Milliarde Dollar Investitionskosten veranschlagten Autofabrik würden gestoppt, erklärte Krause.

Allzu viel hat Faraday Future dabei nicht in den Wüstensand gesetzt. Denn die Bauarbeiten an dem Werk im Herbst 2016 schon kurz nach dem Start wieder ausgesetzt worden. Faraday Futures Hauptfinanzier, der chinesische Medienunternehmer Jia Yueting und seine LeEco-Gruppe, kämpft schon seit längerem mit Geldschwierigkeiten. Erst vor kurzem hat ein chinesisches Gericht LeEco-Eigentum im Wert von 180 Millionen Dollar eingefroren, da LeEco Kreditzinsen nicht bezahlt hatte. Auch persönliches Eigentum von Jia Yueting war von der Gerichtsverfügung betroffen.

Auch wegen der Geldsorgen seines größten Geldgebers muss Faraday kräftig sparen. Das Unternehmen hat aber offenbar einen Weg gefunden, einen teuren Fabrikneubau zu vermeiden. FF wolle ein Autowerk in Kalifornien mieten und seine Elektroautos dort herstellen, berichten Beteiligte. Das wäre nicht nur deutlich billiger als ein Neubau. Eine Miet-Fabrik ließe sich zudem schneller auf das angestrebte Produktionsniveau bringen. Zudem wäre ein dort gefertigtes Modell auch früher auf dem Markt, als es beim Hochziehen eines neuen Werks möglich wäre.

Faraday-Hauptgeldgeber Jia Yueting hat das Startup bislang aus seinem Privatvermögen finanziert. Wegen der noch nicht überwundenen Geldprobleme von Yueting sucht Faraday Future schon seit längerem nach zusätzlichen Investoren. Finanzchef Krause hatte zu seinem Antritt gesagt, dass in den kommenden zwei Jahren rund eine Milliarde Dollar Kapital benötigt werde, um den seriennahen Prototypen FF91 als erstes Modell auf den Markt zu bringen.

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Bislang fehlen Faraday Future aber Financiers, die bereit sind, solche Summen in das Startup zu investieren. Die Suche nach Geldgebern wird auch dadurch erschwert, dass FF seine Versprechen bislang kaum einlösen konnte. Die Präsentation seines ersten Modells hatte Faraday mehrfach verschoben. Und die Weltpremiere des FF91 bei der Elektronikmesse CES lief nicht wie erhofft: Die Selbstfahr-Funktionen des Autos funktionierten bei der Bühnenpräsentation nur unvollständig.

An dem Plan, das erste Serienmodell 2018 auf den Markt zu bringen, hält das Startup trotz aller Turbulenzen fest. Allerdings ändert sich die Ausrichtung. Das Unternehmen gab vor kurzem bekannt, Faraday Future solle führend bei persönlichen Mobilitätsdiensten sein, die auf Nutzung statt auf Eigentum abzielten.

Was die Faraday-Manager darunter genau verstehen, wollen sie in den kommenden Wochen verraten. Von einem kompletten Überdenken der Wege, über die Nutzer Zugang zu Mobilität haben, ist die Rede. Vielleicht verordnet Kranz dem Startup ja ein bisschen bayerische Zurückhaltung.

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