LASST UNS PUNKER SEIN

Elon Musk ist ein Punker am Automobilmarkt. Eigenwillig, innovativ und dennoch sicher berechnend. Lasst uns alle Punker sein.

hands-1031131_960_720So, wie wir alle bei bestimmten Marken mit unseren Meinungen himmelweite Diskrepanzen aufweisen, sehen wir in der Elektromobilität als Ganzes und Tesla als Einzelnes jeweils eine Art Phänomen. Ein Hype, der hoffentlich für viele wieder verschwinden wird.  Ein Hirngespinst. Eine zeitweilige interessante Sache, mehr aber auch nicht.

Liegen wir da falsch? Ist es wirklich nur ein Hype? Oder ist es am Ende doch Vieles mehr? Ist es nur ein Stück vom Ganzen generell und wohin soll es führen?

Ein junger amerikanischer Schöpfer, ein Verwirklicher mit Traum, der mit an seine Vorhaben glaubt, ist Elon Musk. Als Erfinder und Gründer der Automarke Tesla zieht er konsequent und immer weiterführend durch, was seinem Innovationssinn zur Genüge reicht.

Dieser Schöpfer des Elektromobilhypes also, der tagtäglich wie gegen Windmühlen, gegen die altgedienten Könige des Autoolymps zu bestehen weiß.

Gegen diese bayrischen Motorenwerke, diese Wagen des Volkes und gegen die Sterne aus Stuttgart. Elon kann hier eigentlich nur verlieren.

Wenn nicht der Mitbewerb genau so denken würde. Als in den Anfangsjahren nicht ernstgenommener und als Pionier ohne monetäre Mittel aufgefasster singular agierender Mitspieler am Horizont ist die Marke Tesla nun bereits auf Augenhöhe mit den ganz Großen – im Luxussegment und insbesondere ab jetzt auch im Mittelklassesegment für den Durchschnittsverdiener mit dem Model 3.

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Waren sich demnach also die alteingesessenen Automobilhersteller damals noch keiner Gefahr bewusst, dass dieser neue Mitbewerber und dessen intuitive Bereitschaft, Vieles grundsätzlich besser machen würde, so sollten sie heute bereits mehr als nur gewarnt sein: in wenigen Jahren wird es einigen wie der Marke Nokia ergehen: einfach im Abseits stehend oder eben nicht mehr am Markt.

Kündigt beispielsweise Audi bereits mehrfach den E- Tron 1, 2 oder 3 an, so geschah dennoch kaum etwas. Man beschäftigt sich derzeit mit einem Männerauto, dem neuen A8. Dieses Fahrzeug hat gewiss einige grundlegende Vorzüge, ohne Frage. Ob diese in der Gesamtheit allerdings heutzutage noch einer Marke mit dem Claim „Vorsprung durch Technik“ gerecht werden kann, bleibt abzuwarten.

So wolle man sich laut dem Vorstandvorsitzenddem – Rupert Stadler – nun den Kunden zuwenden und diesen genau zuhören:

Wir hören unseren Kunden zu. Wir hören zu, wenn sie applaudieren, und auch, wenn sie kritisieren.“

Und so soll dieser A8 also nun die sogenannte Messlatte im Luxussegment sein.

Mit einem

„Willkommen in der Premium Zukunft – Der neue A8 ist nicht nur Erbe, sondern auch Zukunft, eine neue Premium-Erfahrung“

stellten der Chef des Außendesigns  – Mark Lichte – sowie der Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter in einer sehr aufwendigen Vorstellung das Fahrzeug in Barcelona vor.

„Neue Technologien seien im Einsatz“  wetteiferte Vorstandskollege Peter Mertens.

Dem Vorzeigemodell Audi A8 wurden also alle Vorschusslorbeeren mit auf den Kundenweg gegeben.

Insgesamt scheint dies jedoch dennoch nur ein Hilferuf nach oder besser gesagt für wirkliche Innovation zu sein. Das Design eines Audi A8 ist seit gefühlten 20 Jahren immerwährend gleich – designtechnisch von einem eckigen Stück Seife zu einem runden und nun wieder eckigerem Stück Seife.

Technisch sicher verbessert, ziehen dies Aussagen keine umdenkenden Menschen als Kunden an.

Diese Hilferufe sind vielmehr die Grundlage, auf denen Elon Musk ansetzt. Er weiß um die Bedürfnisse der Menschen, er hat Lösungen parat, erweckt emotionale Beziehung „Auto als Bewegungs- und Transportmittel hin zu einer der Umwelt sich sehr angepassten Verhaltensweise und deren Auswirkungen“.

Die großen Automobilhersteller der alten Garde arbeiten schläfrig weiter in Ihrem warmen Nest. Und dies, obwohl sie der Gefahr seitens neuer Ideen und dem Umdenken unserseits als Konsumenten komplett ins Auge sehen können.

Was nutzen Autonome Fahrstufen der Stufe drei, wenn sogar VOLVO nun auf die Autonomiestufe vier zusteuert?

Mutlosigkeit ist in dieser Branche definitiv falsch. Man kann menschenrechtlich vom System der Chinesen halten, was auch immer man auch mag. In der politischen Diskussion mit der Erhöhung der Rate an elektrischen Fahrzeugen jedoch betritt das durch eine immer stärker wütende und vergiftete Umwelt große Land in Asien zukünftig nicht nur Neuland, sondern die Zukunft. Unserer aller Zukunft. Hier geschieht in diesem Moment etwas sehr Großes, dies geht uns alle an.

Zukunft muss weiter im positiven Wandel sein.

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Innovative Ansätze, die Umsetzung von Wünschen nach gesünderer Atemluft und einem sauberen Trinkwasser für Jedermann muss immer höherwertig als unzureichende Vorgaben aus der Konzernzentrale sein. Sich immer lediglich mit einer Adaption, einer Verschönerung eines in Walnussholz vertäfelten Innenraumes der Sicherheit durch diese Käuferschicht zu vergewissern, reicht heute nicht mehr aus.

Es reicht auch nicht aus, wenn durch falsche Angaben Etikettenschwindel vor den Augen der Politik und der Menschen geschieht. Vielleicht ist das Lauschen auf selbsternannte Werbeprofis der falsche Weg? Vielleicht sind bindende und straffe Emissionsgesetze und die Sanktionierung derer von Nöten.

Solange wir im urbanen Raum subjektiv betrachtet, mehr SUV`s mit großen Dieseln oder Benzinmotoren haben, solange die Politik keine glaubwürdigen Emissionsgesetze darbietet und solange wir uns gegen diese gesamte und unsere Nachfahren beeinträchtigende Stickoxyd-, CO2 und Feinstaubdiskussion nicht selbst wehren können oder wollen: so lange geschieht bei den Automobilherstellen nichts, gar nichts.

Schauen wir nach Norwegen: dort sind die Zulassungen an umweltfreundlichen Fahrzeugen trotz des hohen Erdölexports des Landes derart gestiegen, dass es nunmehr mehr Zulassungen davon gibt als von Verbrennern. Dort ist es auch ganz normal und dem Image entsprechend fördernd, sich dieser Angelegenheit bewusst zu sein. Dort fragt keiner, warum denn der Nachbar einen kitschigen Elektro- Stromer hat. Dort denkt man viel weiter: an die Zukunft und an die Kinder sowie Kindeskinder.

Wir haben alles selbst die Verantwortung des gesamten Umfeldes. Wir alle geben Richtungen vor- sofern wir das auch möchten.

Elon Musk jedenfalls versteht das Spiel der Kräfte besser als andere Hersteller. Er inspiriert sich jedes Mal selbst. Sei es im Updaten der Software per Internet ohne einen lästigen  Werkstatttermin ausmachen zu müssen muss, sei es im Umdenken der Konzepte selbst und deren Auswirkungen. Und dies sind nur die Themen unterhalb der Makroebene.

Er ist sich selbst auch Dienstnehmer und nicht nur Vorstandsvorsitzender. Vielleicht sind dies zusammengenommen genau jene Beweggründe, welche ihn zur Bewegung antreiben und die anderen nicht mehr.

Nehmen wir uns selbst vor: lasst uns alle Punker sein.

Mit einem guten Freigeist.

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