MOBILITÄT IN DER FAMILIE

Wo wir es doch grad eh nicht so haben, mit der Mobilität in der Familie. Weil ein falscher Schritt zur falschen Zeit hat dem Gatten sein Kreuzband geschnalzt. Das bringt auch Einschränkungen im Straßenverkehr mit sich. Wir schummeln uns beim zu Fuß gehen manchmal schon mit einem Fuß auf den Zebra Streifen, wenn die Ampel noch rot ist, nur um die andere Seite noch in der gleichen Grün-Phase zu erreichen. Parkplätze werden nach dem möglichen Öffnungsradius der Tür ausgesucht. Aber die schlimmste Einschränkung für alle Beteiligten ist sicherlich der notwendige Fahrerwechsel im Cockpit. Man munkelt selbst ein frisch operierter fährt besser Auto als ich. Und hier trifft vor allem das Sprichwort zu:

was man gern macht, macht man gut.

Nur eben in der Umkehr-Variante. Ich gebe offen zu, Auto fahren mag ich nicht. Bei-fahren ja! Selber-fahren NEIN!

Ich kann noch nicht mal sagen warum. Ich mag es nicht. Selbst für die Strecke Wien-St. Pölten fahre ich lieber Zug als Auto. Seit ich House of Cards süchtig bin, träume ich davon so ein Auto zu haben, wie die Underwoods, wo man sich hinten gegenübersitzen kann und vorne fährt Mitchem… Jo, nur dass ich – ausser vom Strickverein – keine Präsidentin bin. So muss ich also in zwingend notwendigen Situationen doch selbst am Steuer (sagt man nicht „hinterm“ Steuer?!? Schau! Da fängt es schon an bei mir!) sitzen, so wie gestern. Der Präsident (vulgo Gatte) sitzt neben mir und beteiligt sich stumm durch präsidiale Handzeichen am Straßenverkehr. Nähern wir uns einer ampelgeregelten Kreuzung zuckt seine rechte Hand in beschwichtigender Abwärtsbewegung nach unten.

Manchmal bremst sogar der frisch operierte Fuß am Beifahrersitz ins Nichts hinein. Ich bin nicht blind und steige manchmal zu Fleiß noch aufs Gas. Heißt in meinem Fall eine Spontanbeschleunigung von 30 auf 32km/h. Schaltet die Ampel auf Grün, während ich den Sendersuchlauf im Radio noch nicht durch habe, überkommt ihn schon mal ein kleiner Hustenreiz Manchmal unterstützt von der Rückbank:

„Mamaaa!!! Grühüüüün!“

Sogar die Menschen aus den anderen Autos schauen selten freundlich zu mir rüber. Ein Trauerspiel! Man kann schon erkennen, der Spaß hält sich in Grenzen. Also hoffe ich auf baldige Gatten Genesung, damit ich wieder am Beifahrersitz schnarchen kann. Beim Autofahren bin ich doch lieber nur Vize…

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