PRAXISTEST BMW I8

BMW hat mit dem i8 das Unmögliche möglich gemacht.

BMW i8
BMW i8

Wesentliches Element des Praxistests soll natürlich der Spagat zwischen Sportwagen und nachhaltiger Mobilität werden.

Eines bereits vorweg: mit keinem anderen Automobil erregt man im öffentlichen Straßenverkehr mehr Aufsehen als mit dem BMW i8.

Der Beginn einer Leidenschaft

Nach einer perfekten Creme und einer guten Einweisung in die technischen Raffinessen des BMW i8 in Wien Heiligenstadt durch Herrn Heinz Wares gestaltete sich das erste  Einsteigen als doch etwas ungewohnt. Dies lag an den schräg zu öffnenden Türen und einem recht breiten Einstiegsschweller. Meinen ersten Weg durch Wiens Berufsverkehr bahnend, erklang hinter mir ein honoriges und gleichmäßiges Brummen. In diesem Falle handelte es sich um den künstlich erzeugten V8 Saugmotorsound. In Wahrheit treibt ein dreizylindriger mehrfach turboaufgeladener Ottomotor den i8 an. Ein Turboloch ist ein dem i8 gänzlich unbekanntes Phänomen.

BMW i8
BMW i8

 

DIVA mit scharfen Kurven

Hinreißendes Design und die Möglichkeit, völlig emissionslos unterwegs zu sein verdienen vorab allen Respekt. Die von BMW im Jahre 2009 vorgestellte Studie  „Vision Efficient Dynamics“ wurde lediglich minimal verändert. Kostspielige Karbon-Bauweise, gepaart mit einem technisch sehr aufwändigen Hybrid-System und schwingenartigen Flügeltüren zeigen eine völlig neue Art von Auto.  Das futuristische Erscheinungsbild, gepaart mit unaufdringlichen und nahezu perfekt integrierten Elementen machen den BMW i8 zu einem sehr ausdruckstarken Mobil. Die Linien zeigen einmal mehr unverkennbar die Handschrift von Adrian Hooydionk als Chefdesigner und setzt dem BMW i8 stylistisch eine schier unglaubliche Aggressivität auf. Diese starke Identität sowie der Ausdruck lässt aus dem i8 spontan fast schon ein Raubtier auf der Suche nach Beute werden. Und genau so kann und muss man die Linien verstehen:

„kommt und messt euch, aber ich rate euch davon ab.“

BMW i8
BMW i8

Am Straßenrand verdrehen sich alle Köpfe, wenn die Flügeltüren des i8 geöffnet werden. Einmal wollte gar ein Porsche – Fahrer auf der Stelle tauschen wollen. Ich konnte diesem Wunsch natürlich nicht entsprechen: wie viele Porsche und wie viele i8 fahren in Wien..?

Das Cockpit ist nicht weniger aufregend als das Außendesign – mit der jeweils den unterschiedlichen Fahrstufen zugeordneten Farbgebung von Blau über Weiß bis Orange. Hat doch bereits Entwicklungsvorstand Herbert Dies den i8 ist das revolutionärste Auto, das BMW je gebaut hat, deklariert.

BMW i8
BMW i8

Im Innenraum erscheint bei Dunkelheit und eingeschalteter Beleuchtung ein durch den gesamten Cockpitbereich duchdringendes Lichtband im Blau der BMW i Linie.

Motor / Getriebe

Der hinter der Fahrgastzelle sitzende 231 Pferdestärken besitzende 1,5 Liter Hubraum Dreizylinder-Turbo Aggregat treibt den BMW i8 im Einklang mit dem vorne verbauten E-Motor mit bis zu 131 Pferdestärken zusätzlich in jeder Gangart und ohne Mühen gewaltig nach vorne an. Notfalls  in 4,4 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. Ohne erkennbaren Kraftaufwand wird unentwegt Schub nach vorne in einer dem Hubraum nicht einmal annähernd zugetrazten Art und Weise produziert. Die Harmonie der beiden Aggregate erinnert an die perfekte Symbiose von einzelnen Instrumenten innerhalb eines optimal abgestimmten Symphoniorchesters.

Charakteristisch ist hier der explosiv wirkende Einsatz der zusätzlichen 250 Newtonmeter des Elektroantriebes. Weltweit in dieser Form einzig, aber nicht artig. Spontane Explosivität mit jedem Tritt auf das Gas- bzw. Strompedal sind lediglich hilflose Ausdrucksvariablen für das unbeschreibliche Gefühl dieser Erhabenheit. Beeindruckende Zwischenspurts, leicht zu tätigende Überholmanöver auf Landstraßen sowie die Bremsenperformance zeigen das beeindruckende Leistungsspektrum des i8 immer wieder demonstrativ auf. Großdimensionierte gelochte Bremsscheiben veranlassten mich zu keinem Zeitpunkt Zweifel an den Verzögerungswerten aufkommen zu lassen.

Wie aus dem Hause BMW gewohnt, regelt hier ein Begrenzer (hier kann man nur schreiben: leider) elektronisch beim Erreichen von 250 Kilometern pro Stunde ab.

BMW i8
BMW i8

Im sogenannten e-drive-Modus wird der i8 zum reinen Elektroauto. Die Höchstgeschwindigkeit liegt dann bei 120 Kilometern pro Stunde mit einer maximal angegebenen Reichweite bei etwa 30 Kilometern. Beim sogenannten „Comfort-Modus“ ergänzen sich Benziner und Batterie im Sinne eines optimierten Verbrauchs. Mit dem Einlegen der Sportfunktion ist der Verbrenner dann im Dauereinsatz, und der E-Motor liefert Stromstöße für kurze Beschleunigungen. Gleichzeitig werden die Akkus über einen Generator am Benziner mit Energie gespeist – allerdings auf Kosten der Sparsamkeit. Schwere Batterien werden im i8 mit intelligenten Lösungen kompensiert. So werden beim 1485 schweren i8 die Fahrgastzellen aus leichtem Carbon, die Karosserie aus Kunststoffen sowie das Fahrgestell aus Aluminium gefertigt. Insgesamt funktionierte die Rekuperationsfunktion zum Umwandeln von kinetischer Brems- in elektrische Energie in allen Bereichen tadellos und lies die Reichweite sogar manches Male anwachsen.

BMW i8
BMW i8

Rechnet man alle Kilometer zusammen, bleibt unter dem Strich ein Spritverbrauch von gemessenen 6,4 Litern Superbenzin. Ein beeindruckender Wert, erst recht für einen Sportwagen.

Fahrdynamik & Fahrkomfort

Als Allradler und sehr tief wirkender Sportwagen belohnt der i8 die Insassen mit einem erstaunlich neutralem Fahrverhalten sowie einer sehr gute Traktion – zu jedem Zeitpunkt.

Der straff abgestimmte i8 verarbeitet besonders Querfugen spürbar wenig gekonnt. Beim rein elektrischen Fahren ist der i8 sicher einer der leisesten Hochleistungssportler.

Bequemlichkeit

BMW i8
BMW i8

Die Frontsitze haben nicht ganz den gewohnten Halt der sportlichen BMW Modelle. Leider sind auch die Sitzlängen für Menschen über 1,80 Meter Körpergröße gewöhnungsbedürftig.  Die beiden hinteren Sitznischen taugen nicht für lange Fahrten, der Font ist einfach zu knapp bemessen. Der eigentliche Kofferraum hinter dem Motor genügt mit 154 Litern Ladevolumen zum Transport einer Bierkiste.

Umwelt / Kosten

Mit 134.000 Euro ist der i8 nicht als günstig anzusehen. Aber preiswert in jeder Hinsicht.

Der i8 als Paradebeispiel für nachhaltige Antriebstechnologien samt seines exklusiven Designs, dem Vertrauen der Ingenieure in die gesamtheitliche Betrachtung und der Einsatz hochmoderner Werkstoffe machen aus ihm einen hervorragenden Plug – In- Hybrid Wagen.

FAZIT

Keine Frage: der BMW I8 polarisiert in einem sehr hohen Maße. Insgesamt waren die zwei Tage mit dem BMW als Tage der puren Freude anzusehen.

BMW ist mit diesem außerordentlichen Wagen ein Meilenstein in der hochmodernen Hybridtechnik gelungen. Mit dem Ergebnis, einen beeindruckenden und vor allem sehr sparsamen Sportwagen auf den Markt zu bringen. Hier werden optimal alle Belange eines perfekten Zusammenspiels von Verbrennungsmotor und Elektromobilität vereint. Als Familienvater kommt dieses Fahrzeug bei mir natürlich nicht weiter zu Zuge. Weder monetär noch einstiegsökonomisch. Aber wer weiß? Es soll ja alsbald den BMW i8 Roadster geben. Und auch dieser möchte seinen Praxistest hier verzeichnet wissen.

BMW i8
BMW i8

Mankos

Auch wenn die schräg nach oben öffnenden Türen alle Hingucker wert sind, so gewöhnungsbedürftig ist anfangs das Einsteigen in den BMW i8.

BMW i8
BMW i8

 

Technische Daten BMW i8:

R3-Benzinmotor mit 1,5 Litern Hubraum und Turboaufladung sowie Hybrid-Synchronmotor; Systemgesamtleistung: 266 kW (362 PS); max. Drehmoment: 320 Nm bei 3700/min (Benzinmotor) sowie 250 Nm bei 0/min (Elektromotor); 6 Stufen Automatikgetriebe; Leergewicht: 1560 kg; Kofferraum: 154 l; 0 – 100 km/h: 4,4 s; Vmax: 250 km/h; Testverbrauch: 3,4 l / 100 km (lt. Werk: 2,1; CO2-Ausstoß: 49 g/km); Euro 6; Sitzplätze 2,  Grundpreis: 134 000 Euro

 

Heinz Wares
Heinz Wares

Das Testfahrzeug wurde durch Herrn Heinz Wares vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

 

Weitere Bilder werden auf Anfrage sehr gerne per mail versendet – hier ein kleiner Auszug:

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