Praxistest Tesla Model S 75D

75D – keine große Sache, wenn man an da nur an ein Fahrzeug denkt. Das ist halt irgend eine Abkürzung – wer weiß das denn schon? Als eingefleischte V8 Fahrer wirst du bei schnellen Autos ja wohl eher dickes „M“, ein in großen Lettern versehenes „AMG“ oder gar das „RS“, in Verbindung mit „V8 Turbo“ erwarten.

Genau diese Einfältigkeit wird dich eines Besseren belehren beim Besteigen eines Tesla S, selbst wenn es sich hier um die vermeindlich „schwächste“ Variante handelt.

Unser Team durfte dieses Mal wieder ein Elektromobil der absoluten Königsklasse dem Praxistest unterziehen. Für 10 Tage durften wir den Tesla, Model S 75 D unser eigen nennen.

Kennst du das Gefühl: du steigst in ein Auto und befindest dich in einem Flugzeug? Ja? Welches Auto war es? Ich versichere dir, wenn es kein Tesla war, kennst du das nicht. Und da hilft kein Lamentieren – das ist einfach so. Und wir wissen, wovon wir schreiben.

Nun wirst du fragen, was an einem Tesla so besonders sein soll. Was soll er schon können, warum sollte er so viel besser sein als das, was du bereits kennst?  Wer Teslafahren nicht kennt, wird dazu natülich wenig aussagen können.  Wer noch niemals einen tsla fahren durfte, weiß nicht einmal annährnd, was Autofahren bedeuten kann. Unsere sogenannten PS- und V8 Junkies werden den „Sound“, die Geräusche des Motors vermissen. Wir sagen: nein, in einem Tesla vermisst du rein gar Nichts – höchstens die Kilometerbeschränkung. Und höchstens deine Zeit. Man möchte einfach nicht mehr aussteigen. Nein, es wird gar berichtet, dass sich ca. 60% der Teslabesitzer innerhalb Europas nicht einmal mehr in ein Flugzeug setzen möchten. Es wäre ein Frevel, diese luxuriöse und souveräne Art des Gleitens gegen einen Flug einzutauschen. Auch wenn viele sicherlich die berühmten Youtube Videos mit Beschleunigungsmomenten in einem Tesla gesehen haben: dies drückt nicht einmal annähernd die Gefühlslage am Steuer eines Tesla aus.

Stell dir einen Sportwagen vor mit –  sagen wir einmal 600 PS. Stell ihn dir wirklich vor: vier- oder  zweisitzig, eng und natürlich: laut. Was empfindest du? Enge? Motorengeräusche? Power?

Und nun stell dir auch weiter vor, es gäbe ein Auto, welches schwerer, größer ist und dadurch viel zahmer wirkt. Dieses Auto ist leise, ganz leise. Und dennoch ist es – sogar in der Version 75D mit Sicherheit überlegen. Immer. Überall. Zu jeder Zeit. Bei jedem Wetter. Der Dual Allradantrieb des Model S ist deinem Antrieb in jeder Hinsicht überlegen. Warum das so ist?  Weil das Drehmoment an den Hinter – als auch Vorderrädern separat gesteuert wird. Digital und direkt. Somit ist die Umsetzung von Elektrizität in kinetische Energie, also dem Schub nach vorne, viel präziser und direkter als eine mechanische Kraftübertragung. Und genau diese hat dein imaginärer Sportwagen. Bei einem Teslaantrieb werden keine komplexen Verbindungen benötigt, fast die gesamte Kraft wirkt auf die Räder.

Damit mein Kamerad aus dem hohen Norden, Herr. R. aus Kiel in D auch einmal diesen Genuss wahrnehmen kann, werde ich ihm einen Testtag organisieren.

Mit dem sehr niedrigen Schwerpunkt fährt der von uns getesteteTesla S wie auf Schienen. Nach einem gar nicht so schlimmen Einstieg passt auf Anhieb alles wie angegossen. Elektrisch passen wir uns dem Sitz und dieser uns an. Dann speichern wir diese Einstellungen, damit das auch beim nächsten Einsteigen problemlos bestehen bleibt.

Anlassen per Automatikhebel auf „D“ wie Drive und schon kann es losgehen. Fahren wir schon? Allerdings! Und zwar viel zu schnell, anfangs. Das Fahrzeug lässt dich die Kraft nur am Popometer wahrnehmen. Beim Beschleunigen müssen wir ständig den Tacho im Auge behalten, die Gefahr einer Geschwindigkeitsübertretung ist sehr hoch. Auch eine ganz und gar ungewollte. Wie müssen auch noch dran denken, dass wir ja beide Kleinkinder im Font sitzen haben. Hinten passen leicht drei erwchsene Personen in den Wagen.

In einem eigenen Rahmen sitzt unter der Aluminiumkarosserie der Elektroantrieb. Bedingt durch den tieferliegenden Schwerpunkt sind Überschläge sehr viel unwahrscheinlicher als bei konventionellen Antrieben – zudem sind höhere Kurvengeschwindigkeiten möglich. Im Falle eines Aufpralles werden die Insassen durch einen extra für Tesla produziertem Borstahl im Front des Wagens besser geschützt als durch die Absorption mit einem schweren Motorblock. Dass sich bei einem Aufprall frontal oder seitlich sämtliche Elektrohochspannungen automatisiert abschalten, ist selbstredend und bedarf somit hoffentlich keiner weiteren Erklärung.

Als Hingucker selbst fungiert der alles einnehmende 17 Zoll Touchscreen. Dieser liefert in Studioqualität allerbesten Sound und kann neben dem Internetsurfen noch einige Dinge mehr. Hier werden sämtliche elektronischen Spielereien des Tesla S gesteuert. Sei es das sich um jeden prozentualen Anteil öffnende Sonnenglasdach, sei es die Innen- als auch Außenbeleuchtung oder die wunderbaren Heizfunktionen für alle 5 Sitze sowie dem Lenkrad. Im Stand entdecken wir das ein oder andere EasterEgg mit Mondlandung. Das Herumprobieren aller Variablen stellt für uns eine große Freude dar.

Als Kommandozentrale für etwaige Klimaeinstellungen ist der Touchscreen wesentlicher Bestandteil der Medianzugriffsmöglichkeiten, der Navigation sowie sämtlicher Kommunikation mit dem Auto und nach außen. Ich gehe davon aus, dass du Sportwagenjunkie niemals einen 17 Zoll Monitor als Navigationsgerät nutzen durftest? Wie auch, mit den Platzverhältnissen.

Hier spielt Tesla in einer ganz anderen Liga. Der Innenraum ist dem eines Audi A 8 nicht viel unterlegen. Ganz im Gegenteil, es passen ohne Mühe 5 Personen zum Reisen in den Innenraum. Zusätzlich lassen sich wirklich spielend 5 Bierfässer in den hinteren Gepäckraum verstauen. Dies wurde uns verdeutlicht beim Abholen desselbigen.

Auf die Frage, wie ich das denn alles zu transportieren gedenke, war meine Antwort: mit dem Tesla Modell S. Ungläubige Blicke der Brauereibediensteten waren das Ergebnis.

Und natürlich durfte der Tesla auch durch die heiligen Stiegl Hallen fahren – lautlos, emissionsfrei und pilotiert vom Gabelstapelfahrer. Dieser würde seinen 5er BMW mit 570 PS nun sofort tauschen wollen. Es sei ihm peinlich, mittlerweile für 40o Kilometer runde 120 Euro Superplus zu verfahren. Ja, so sind die ewig Gestrigen eben. Das erinenrst doch irgendwie an den Rückwärtssalto im Rauchverbot der kommenden Regierungsmanschaft von Österreich.

Der Tesla kann an jedem Super Charger geladen werden, mit Weiterempfehlung durch andere Teslafahrer dazu noch völlig kostenfrei. Ein Leben lang (Auto oder Mensch!). Das von Elon Musk installierte Netzwerk der Super Charger ist für jeden Teslapiloten immer in Reichweite – und genau das ist der absolute CI von Tesla. Da dürfen sich die angekündigten Teslakiller weiterhin die nächsten 5 Jahre warm anziehen. Von angekündigten Prototypen lässt sich keine Kundschaft ködern.

Dass du dich während der Fahrt so mit Spotify und anderen Annehmlichkeiten berieseln lassen darfst, erscheint hier fast schon als positiver Nebeneffekt.

Bei 660 Newtonmetern und 315 KW Power (dies entspricht bei Umrechnung der Effektivität einem 700 PS Benziner) bleibt einem die Luft an jeder Ampel weg.

Kennst du nun den Start eines Düsenjets? So in etwa fühlt sich das an. Es soll nicht wenige Teslafahrer geben, welche mittlerweile innerhalb Europas nimmer fliegen. Warum? Weil Tesla fahren viel schöner ist. In einem Tesla schwebt und gleitet man. Fahren war gestern, Tesla ist das hier und jetzt. Wer dies nicht versteht, kennt es schlichtweg nicht. Dieser unvorstellbare Surrealismus, diese Metaphysik entspricht nicht dem bis dato Erlebten. Und genau darum geht es Elon Musk: Teslafahren soll pure Freude bereiten, soll anregen, soll initialisieren, soll bewegen- uns und die anderen. Und dies alles emissionsfrei. Hier zeigt sich nicht nur der Visionär, hier zeigt sich das leicht Umsetzbare, sofern man es möchte.

Anzusehen war der Limousine in Anthrazit anfangs nur die reine Modelkennung: Models S 75 D. Da weiss der Hintermann nicht, was ihn erwarten könnte. Er sieht ja keine Auspuffrohre. Diese sind heute noch Ausdruck männlicher Potenz. Für viele Benzinkrawallbrüder sind lautstarke und brüllende Motorengeräusche anscheinend ein erstrebenswertes Ziel. Wer allerdings die pure Kraft, diese Eleganz und Dezenz des Teslafliegens kennt – wird dieses Virus nimmer los.

Es ist nicht vordergründiges Ziel, auf der Autobahn jedem diese Kraft zu demonstrieren. Es geht darum, zu jeder Zeit, in jeder Lage das Wort „Autofahren“ zu vergessen. Wen interessiert das geradeaus fahren? Wen interessiert das Ampelgasgeben? Doch nur potenzverminderten Benzinbrüdern. Das Stillsein, diese Ruhe, diese Entspannung beim Fahren: das sind die Elemente der Realabstraktion in Bezug auf Gewicht und Leistungsdaten. Man surft wie auf Wolken. Schalten und arbeiten in einem Auto war gestern.

Was einem gänzlich frappierend vorkommt, sind die zauberhaften Mischungen Gleitgeschwindigkeit, aus Traktion, Beschleunigungsmöglichkeit im Zusammenhang mit einer nahezu geräuschlosen Performance.

Trotz des kleinsten Akkus derzeit hatten wir niemals einen Argwohn, irgendwo ohne Energie liegenbleiben zu müssen. Das Energierückgewinnungsystem ist effektiv und lässt manchen Kilometer per Rekuperation extra aufladen.

All jene geliebten Benzinfresser können ihr schlechte Gewissen ja nur „in Fahrt“ betäuben.

Mit Platz für die gesamte Familie entfährt ein Tesla spielerisch, mühelos, samt der sozialen Empathie allen stinkenden Krawallbrüdern souverän davon. Immer, und immer wieder. Der Tesla, insofern derzeit im Praxistest der augenscheinlich „schwächste“ „Motor“ – aber er ist ein Wolf im Schafspelz. Dies erkannten auch unsere Praxistestredakteuere Sabine und Thomas. Da Sabine immer unerklärlichrweise kalte Hände hatte und daher im Winter das Autofahren überhaupt nicht gut befand, durfte sie auch fahren. Mein fehler, wie sich herausstellte! Sie wollte das Auto nimmer hergeben- trotz Hundeblick und „bitte, bitte!“ meinerseits. Na fein, dann wurd esie eben zum AUfladen an den nächsten Supercharger geschickt. Wer hier glaubt, sie käme gleich zurück, irrt sich. Welch Wunder!

Bald kommt auch noch das Model

Um es klar auszudrücken: Ein Tesla sorgt für Stil. Alles Schwere der alltäglichen Notwendigkeiten werden durch ihn einfach mit höchster Leichtfertigkeit abgetan. Reichweiten zwischen 400 und 600 Kilometer sind keine Angstmacher mehr. Benzinbrüder kommen auch nicht weiter, zahlen dafür aber endlos Sprit. Zudem kommen hohe Wartungskosten und hohe Betriebs- und Administrationskosten. Dies alles ist bei einem Tesla um Welten geringer.

Emissionswert und Normverbräuche in den Prospekten und auf den Websites der Hersteller sind – wie wir mittlerweile wissen – nur Zahlen ohne Halt. Was kommt hinten raus aus dem Auspuffendrohr? Dieselfahrzeuge produzieren heute bis zum 50-Fachen an purem Dreck und blasen diesen direkt in unsere Lungen.  Tesla wird zukünftig das Model 3 auch in Europa liefern. Mit Sonnenenergie aus Kalifornien.

Elektromobilität ist auch für Elon Musk kein lockerer Sprint. Dennoch ist das Werk in Freemont – USA – mit geplanten 500.000 Stromern per Anno  für den Langzeit – Marathon der „Zero Emission Vorhaben“ weitaus besser gerüstet als die schlafenden Global Player. Einzig in China ist richtiger Mitbewerb erkennbar.

Der Mitbewerb schläft – ganz einfach.

Die deutschen Autohersteller wie Audi, BMW, Ford, Opel, oder VW? Fehlanzeige! WO sind die Technologien, welche annähernd an jene von Tesla herankommen? Audis neue Combustion Engine Technology etwa beeindruckt mit sparsamen Verbrennungsmotoren (aktuellen Dieseln weit voraus) und Hybridlösungen. Sind SQ5 TFSI (354 PS/500 Nm), A4 Avant g-tron (170 PS/270 Nm) oder A5 Sportback g-tron (170 PS/270 Nm) mit 7- beziehungsweise 8-Gang-Getrieben wirklich die Zukunft? Die Gegenwart? Oder ist es eher doch schon Rückschritt?

Tesla schafft derzeit und zukünftig den phantastischen Spagat zwischen modernen Antrieben und futuristische Fahrzeuge wie dem kommenden Roadster – ein Wunderwerk – und den aktuellen notwendigen Standards ökologisch-sozialer Nachhaltigkeit.

Anders als seine fossilen Geschwister stinkt und lärmt er nämlich nicht. nicht. Tesla ist Vorreiter, Tesla ist Pionier.

Ich muss sagen, es war uns erneut eine große Ehre, die derzeit schlichtweg beste Automarke testen zu dürfen. Wir waren begeistert und freuen uns auf das Model X im neuen Jahr und den einen oder anderen Roadstertrip.

Wir müssen unser Ändern leben. Wir müssen Leben ändern!

Hier die schönsten Bilder unseres Praxistests mit dem Tesla Model S 75D:

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